Möglichkeit 2: Mikrofortbildungen

Wenn Sie den Kurs „Digi4All“ erfolgreich beendet haben werden, haben Sie sich ziemlich sicher so viele digitale Kompetenzen angeeignet, dass Sie eine Bereicherung für jedes Lehrerzimmer sein werden (natürlich nicht nur deshalb). Und vielleicht werden Sie auch auf verwunderte Blicke stoßen, denn wenngleich Lehrerinnen und Lehrer laut der Studie von Sailer/Murböck/Fischer (2017) das eigene mediendidaktische Wissen als hoch einschätzen, werden überwiegend passive Lernaktivitäten gefördert.

Selbsteinschätzung mediale Kompetenzen
Sailer/Murböck/Fischer 2017, S. 28
Qualitaet des Medieneinsatzes
Sailer/Murböck/Fischer 2007, S. 34.

Sie können das nun ändern: Lassen Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen an Ihrem Wissen, Ihren Erfahrungen, Ihren Fertigkeiten und Fähigkeiten teilhaben, denn auch das ist eine Form der Kooperation.

Mikrofortbildungen - Best Practice

Eine niedrigschwellige und ohne größeren Aufwand zu realisierende Möglichkeit einer solchen Kollaboration ist die sog. Mikrofortbildung.
Hierunter versteht man einen wenig zeitintensiven, persönlichen, maßgeschneiderten und informellen Austausch, z.B. über Digitalisierung, Digitalität und digitale Medien, deren Bedeutung für das Lehren und Lernen, deren Einsatz im Unterricht, deren Möglichkeiten und Grenzen usw.

Hier zwei Best-Practice-Beispiele zu derartigen Mikrofortbildungen:

Die Digitale Mittagspause

Hierbei handelt es sich um eine 45-minütige Mikrofortbildung, die einmal im Monat für alle Kolleginnen und Kollegen angeboten wird.
Die einzelnen Einheiten werden in der Regel von Lehrerinnen und Lehrern angeboten, es kommen jedoch auch Eltern und Schülerinnen und Schüler als potenzielle Fortbildner in Frage.

 

Initiatorin Sonja Hennig beschreibt den Ablauf dieser Mikrofortbildungen auf Ihrem Blog so:

„Die ersten 15 Minuten sind freie Fragezeit, d. h. alle Themen, die irgendwas mit ‚Computer, Internet & Co.‘ zu tun haben, können besprochen werden. 
Die nächsten 30 Minuten sind dann themengebunden. Ein Kollege bereitet dafür also etwas vor: z. B. die Präsentation eines digitalen Tools und/oder ein Bericht aus dem Unterricht. Mal werden vorher Themenwünsche abgefragt, mal sind es eigene Erfahrungen, die Kollegen gerne teilen möchten.
Natürlich reichen weder 15 noch 30 Minuten aus, um alle Fragen oder Gedanken zu klären, doch die Kollegen kommen ins Gespräch, finden Ansprechpartner und tauschen sich später auch über die ‚Digitale Mittagspause‘ hinaus aus. Das ist, wie ich finde, schon eine ganze Menge.“

Kurskiosk

Der Kurskiosk ist eine Weiterentwicklung der digitalen Mittagspause und stellt eine bedarfsorientierte Mikrofortbildung dar. Per Aushang im Lehrerzimmer (hier finden Sie eine Vorlage der Initiatorin Sonja Hennig) werden verschiedene Impulsfortbildungen zu digitalen Themen angeboten bzw. der Bedarf nach solchen erfragt. Sobald sich drei Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefunden haben, findet die Fortbildung statt. Die Termine sowie die Dauer der Veranstaltung können flexibel vereinbart werden.

Hennig (2018)