Filtersouveränität

In seinem Buch „Schwimmen lernen im Digitalen Chaos. Wie Kommunikation trotz Nonsens gelingt“ nennt Philippe Wampfler das Recht auf Steuerung der Informationsaufnahme nach seinen eigenen Bedürfnissen „Filtersouveränität“ (Wampfler 2018, S. 109).

Vor allem im Zusammenhang mit Fake News, Nonsens und anderen manipulativen Halb- und Unwahrheiten scheint ein funktionierendes Filtersystem bedeutsam.

Wampfler empfiehlt folgenes Vorgehen:

Buchcover: Schwimmen lernen im digitalen Chaos, Philippe Wampfler
  • In den verwendeten Programmen Filter einschalten: Mails, Webinhalte und soziale Netzwerke bewusst so einstellen, das die eigenen Gewohnheiten und Bedürnisse gezielt umgesetzt werden können.
  • Generell Störungen gezielt mit nachhaltigen technischen Lösungen beseitigen. Im Mailprogramm können das sogenannte Whitelists für denjenigen Absender sein, deren Mails ich immer und sofort lesen will, etwa wenn sie von der Familie, engenen Freundinnnen oder Freunden und wichtigen Mitarbeitenden kommen. Alle anderen Mails kommen in einen separaten Ordner und werden zu speziellen Zeitpunkten gelesen, im Alltag sind sie quasi unsichtbar.
  • Sich selbst disziplinieren: Yestermail heisst eine Filterstrategie, die hohe Anforderungen an Selbstdisziplin stellt, aber sehr wirksam ist: Folgt man ihr, liest man Mails nur zu Beginn des Arbeitstages. Dann sind viele von ihnen schon einen Tag alt: Einiges hat sich in dieser Zeit bereits erledigt. Der Filter setzt Prioritäten; er erlaubt, sich auf Wesentliches zu konzentrieren.
  • Soziale Netzwerke trainieren: Jedes Like, jeder Kommentar, jeder Chat und jeder Profilaufruf ist eine Datenspur, die ausgewertet wird. Ärgert man sich über bestimmte Profile, weil sie Nonsens verbreiten, sollte man diese ausblenden, so schnell es geht. Facebook erlaubt etwa explizit, ‚weniger Beiträge wie diesen‘ anzuzeigen. Wer diese Möglichkeit bewusst nutzt, findet weniger Informationsmüll auf seinen Social-Media-Portalen.

    (Wampfler 2018, S. 110f.)