Infotention

Für die Epoche der Digitalisierung zeigt Clay Shirky auf, in welche Richtung die Entwicklung solcher Werkzeuge zum Umgang mit „Information Overload“ gegangen ist und gehen muss:

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Die Informationsflut ist also keine Kapazitätsfrage, sondern eine Frage der richtigen Filter. Die Menschheit ist gefordert, Komplexität zu reduzieren, indem wir die Daten und Informationen effektiv und effizient filtern.

„Das Informationszeitalter basiert genau auf dieser Strategie. Wir haben Computer gebaut, deren Datenbanken ein Minimum an nützlichen Informationen in klar vorgegebenen Kategorien aufnehmen: Vorname, Nachname, Geburtsdatum, Geburtsort… Egal ob die Formulare ein Dutzend Daten abfragen oder Tausend, das System der Information funktioniert nur deshalb, weil es unwichtige Daten rigoros weglässt.“ (Weinberger 2013, S. 18)

Zeichnung zu Infotention
aus Rheingold 2012, S. 101 (Zeichnung Anthony Weeks)

Um Komplexität zu reduzieren, entwickelt der US-amerikanische Sozialwissenschaftler Howard Rheingold in seinem Buch „Net Smart“ ein Konzept, das er »Infotention« nennt (vgl. Rheingold 2012, S. 97f.).

Ausgangspunkt für seinen Ansatz ist folgende Erkenntnis: Je mehr Informationen uns gleichzeitig zur Verfügung stehen, desto weniger Aufmerksamkeit kann ich ihnen widmen.

Als Konsequenz fordert Rheingold „Infotention“, die im Kern aus drei Einsichten besteht:

  1. Honing [englisch to hone, zu: hone = Schleif-, Wetzstein] the mental ability to employ the form of attention appropriate for each moment is an essential internal skill for people who want to find, direct, and manage streams of relevant information by using online media knowledgeably. Knowing when not to text, when to bring your attention back on task, and when to take a break from all media is necessary, but not sufficient for successfully navigating the info flow. Not drowning is not the same as swimming.
  2. Knowing how to put together intelligence dashboards, news radars, and information filters form online tools, like persistent search and RSS, is the external technical component of information literacy.
  3. Together with and in addition to your own attentional discipline along with use of online power tools, infotention involves sociality – other people. Increasingly, most of the recommendations that make it possible to find fresh, useful signals amid the overwhelming noise of the Internet are transmitted through social media – online networks that mediate social exchange and relationship. Tuning and feeding our PLNs [Personal Learning Networks; Anm. d. Hrsg.] is where the internal and technological meet the social.

    (Rheingold 2012, S. 97f.)

Diese drei Schritte können laut Rheingold dabei helfen, nicht nur seine Aufmerksamkeit fokussieren zu können, sondern auch mit Hilfe medialer Werkzeuge und persönlicher Lernnetzwerke Informationen zu filtern, zu dirigieren und zu organisieren.