Modellieren II

Modelle helfen den Überblick über ansonsten unüberschaubare bzw. komplexe Strukturen zu gewinnen. Gegenüber dem Original ist es mittels Modellen leichter Informationen zu gewinnen, Erfahrungen zu sammeln, Schlussfolgerungen anzustellen, Alternativen zu bewerten oder Entscheidungen zu treffen. Auch Simulationen liegen bestimmte Modelle zugrunde, die versuchen das Systemverhalten möglichst realitätsgetreu zu beschreiben.

In Simulationen werden also genau genommen Modelle bzw. Modellparameter manipuliert und die Auswirkungen dieser Manipulationen beobachtet.

Wie uns Modellierung und Simulation bei der Orientierung in einer komplexer werdenden Welt helfen, erfahren Sie im Video.

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Im Buch Digitale Kompetenz führen Hartmann und Hundertpfund „die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte und große Datenmengen in abstrakte Konzepte zu übersetzen sowie Modelle zu bilden und auszuwerten“ als eine der 10 wichtigsten digitalen Kompetenzen auf. Darüberhinaus sind Modelle auch für das Lernen grundlegend: Lernende konstruieren sich ganz natürlich mentale Modelle von Phänomenen oder Prozessen in ihrer Umwelt, also gedanklichen Vorstellungen darüber, wie ein System funktioniert.
Die Interaktion mit (fertigen) Mikrowelten hat allerdings keine Auswirkungen auf die mentalen Modelle. Da die Realität häufig deutlich komplexer ist als wir dies in Modellen abbilden können, schließt das Modellieren unabhängig von zugrundegelegter Theorie bzw. zugrundegelegten Daten immer gewisse Abstraktionen und Verallgemeinerungen mit ein. Beim Modellieren müssen demnach bewusst Entscheidungen getroffen werden. Diese Entscheidungen sind auch entscheidend für den Lernfortschritt. Sollen mentale Modelle verbessert bzw. gelernt werden, sollte im Unterricht daher auch Wert auf die Modellierung gelegt werden (Jonassen, 2006).