Reflexe auf neue Technologien

Scan eines Stiftung Warentest Reports zum Thema Heimcomputer. Titel: "Die Enttäuschung ist vorprogrammiert.

Quelle: Stiftung Warentest 10/1984;
www.atari-computermuseum.de

Es nimmt nicht wunder, dass Menschen auf Medien, die solche gesellschaftlichen Auswirkungen mit sich bringen können, skeptisch reagieren können. 
1984 kam die Stiftung Warentest z.B. zu einem wenig optimistischen Urteil über „Heimcomputer“, die sie eher als Spielzeug denn als sinnvolles Arbeitsgerät betrachteten. Entsprechend fielen die Testurteile aus.

Standardsituationen der Technologiekritik

Die Journalistin Kathrin Passig hat solche Reaktionen zusammengetragen und 2013 in ihrem Essay „Standardsituationen der Technologiekritik“ und 2014 in einer überarbeiteten Version „Neue Technologien, alte Reflexe“ verarbeitet.
Während sie 2013 nur pessimistische Reaktionsmuster aufzeigte, ergänzte sie später (2014) folgerichtig auch überzogen optimistische Reaktionsmuster. Beide jedoch durchziehen die Mediengeschichte der technischen Neuerungen wie ein roter Faden.

Kathrin Passig identifiziert 11 pessimistische Standardreaktionen, die immer dann zu beobachten sind, wenn ein neues Medium den Alltag des Menschen zu beeinflussen scheint.

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In der überarbeiten Fassung von 2014 bemerkt Passig, „dass es auch falsche optimistische Vorhersagen gibt. Die lustigen, weil falschen pessimistischen Vorhersagen sind relativ leicht zu finden, das Netz ist voll damit. Dass ich die falschen optimistischen Vorhersagen erst so spät gefunden habe, ist kein Zufall, man findet sie viel seltener.“ (Passig, 2014)

Sie identifiziert 6 gebräuchliche optimistische Argumente, mit denen technische Neuerungen oft überzogen verherrlicht werden:

1.  Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, garantierte Redefreiheit

2.  Weltfrieden

3.  Lernen wird ganz einfach

4.  Ende der Knappheit

5.  Ende des Verbrechens

6.  Überwindung des Todes