Social Media II

Von klassischen Medien unterscheiden sich Social Media in 7 Bereichen:

Social Media ermöglichen es potenziell jedem Nutzer bzw. der Nutzerin, sie (nahezu) orts- und zeitunabhängig zu nutzen bzw. auf sie zuzugreifen.

Social Media sind potenziell überall da zugänglich und nutzbar, wo eine Verbindung zum Internet besteht. Gleichzeitig sorgen Social Media für eine digitale Kluft: Diejenigen, die Zugang zu ihnen haben, vernetzen sich und profitieren von diesen Netzwerken. Diejenigen, denen dieser Zugang fehlt, verlieren den Anschluss zu den (mitunter ohnehin) privilegierteren Schichten und Gruppen.

Da bei der Produktion von Social Media-Technologien in der Regel großer Wert auf die ‚Usablility‘ gelegt wird, erfordern Soziale Medien kein umfangreiches Fachwissen, um sie bedienen zu können.
Das heißt jedoch nicht, dass mit Social Media keine Lernprozesse verbunden und notwendig sind. Eine der größeren Herausforderungen sind die kompetente Teilnahme und Teilhabe an Kommunikationsabläufen, das Reflektieren von etablierten Regeln und Normen, die Arbeit am eigenen Profil bzw. an der eigenen Identitätsgestaltung, der kompetente Umgang mit „Aufmerksamkeit“ als der „Social-Media Währung“, die Filtersouveränität bzw. die Infotention (vgl. Modul 5).

 

Um sich in Social Media-Anwendungen zurechtzufinden, empfiehlt Philippe Wampfler ein schrittweises Eintauchen in die Social Media-Welt, das aus Zusehen, Nachvollziehen und Ausprobieren besteht:

 

  1. Learning by Lurking: Lesen Sie erst eine zeitlang passiv mit, um die Regeln, Normen und Kommunikationsabläufe der jeweiligen Anwendungen kennenzulernen. Machen Sie sich ein Bild von der Vielzahl der Akteuere und deren Verhalten. Reflektieren Sie aus einer Distanz heraus, was und welches Verhalten Sie irritiert, stört bzw. was Sie befürworten.
  2. Learning by Doing: Wenn Sie die Abläufe und Prozesse der jeweiligen Social-Media-Anwendungen verstanden haben, können Sie beginnen, selbst aktiv zu werden. Relfektieren Sie, wie andere auf Sie reagieren und wie sich die Aufmerksamkeit anfühlt. Machen Sie sich Ihre eigenen Handlungsvorgaben, überlegen Sie, welche Informationen Sie teilen wollen, wie Sie Ihr Profil gestalten möchten usw. (vgl. Wampfler 2016, S.17ff.)

In der Regel ist die Nutzung von Social Media kostenfrei bzw. kostengünstig. 

Social Media sind multi- bzw. symmedial, d.h. sie ermöglichen die Kombination und Vereinigung printmedialer, visueller, auditiver und audiovisueller Medien in wechselseitiger Ergänzung und Erhellung auf einer gemeinsamen medialen Oberfläche.

Inhalte können über Social Media zu jeder Zeit, nahezu unmittelbar und synchron publiziert, angepasst bzw. verändert und rezipiert werden.

Inhalte werden auf Social Media aktiv angefordert und selektiv nachgefragt, komponiert, kuratiert und kommentiert, verändert und weitergeleitet.