Ein Versuch mit Mönchen

Das Karteuser-Konvent 'Chartreuse de Paris' um 1600
Das Karteuser-Konvent 'Chartreuse de Paris' um 1600 (Bildquelle)

Im April 1746 kam es in Paris zu einem merkwürdigen Ereignis: Ca. 700 Mönche standen in einer langen Schlange vor dem Konvent der Kartäuser und hielten die Enden von zwei jeweils ca. 7,5 Meter langen Eisendrähten in den Händen, die sie jeweils mit den linken und rechten Nachbarn verband. Auf diese Weise entstand eine insgesamt gut 1,5 km lange Verbindung aus Mönchen und Drähten.

 

Plötzlich erfasste die Glaubensbrüder nahezu zeitgleich ein kovulsives Zucken, begleitet von simultanen Schreckensschreien. „Was um Himmels Willen ist denn da los?“, mag sich der zufällig vorbeiflanierende Zuschauer gedacht haben.
Die Erklärung für diese unfreiwillige „Mönchsgeißelung“ dürfte ihn nicht minder verwundert zurückgelassen haben. Es handelte sich um ein Experiment des französischen Wissenschaftlers Abbé Jean-Antoine Nollet. Dieser hatte nämlich eine primitive Batterie an diese Leitung angeschlossen und den Mönchen derart einen ordentlichen Stromschlag verpasst.